Test der Nikon AW 130 kompakt Outdoor Kamera

Obwohl ich immer noch begeistert von der UW Fotografie bin und auch mit den Ergebnissen meiner Sony RX 100 absolut zufrieden bin, habe ich dieses Jahr eine neue Kamera für die UW Fotografie getestet.

Der Hauptgrund hierfür war die große Menge (Gewicht) an Zubehör, welche ich immer mit meiner Sony in den Urlaub nehmen muss (UW Gehäuse, externer Blitz, Schienen, Gelenkarm usw.) und die gleichzeitig immer geringer werdenden Reisegepäck-Freimengen der Fluggesellschaften.

Hier wäre es also schön, wenn eine kompakte Kamera ohne UW-Gehäuse und Zusatzblitz dieses Manko lösen könnte. Nach ein wenig recherche im Internet, fand ich dann die neue Nikon AW 130. Eine Kompaktkamera, welche bis zu 30 m (!!!!) Wasserdicht ist, Stürze bis zu 2 m wegstecken kann und auch noch einen Blitz integriert hat. Ist dies die „eierlegende Wolmilchsau“ für den Hobbytaucher?

Da die Kamera noch relativ neu ist, lagen kaum Test’s vor und wenn ich dann UW Aufnahmen gefunden habe, handelte es sich meistens um Videoaufnahmen. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als selbst Erfahrungen mit der Kamera zu sammeln.

NikonAW130-04485                 NikonAW130-04487

Als Testgerät habe ich die blaue Version getestet. Das gelbe Neopren Band sorgte für genug Auftrieb (an der Oberfläche), so dass die Kamera an der Oberfläche schwimmt.

Die genauen Spezifikationen der Kamera kann jeder der Homepage von Nikon entnehmen. Ich vergleiche hier nur auszugsweise die Sony mit der Nikon.

Nikon AW 130:

  • Wasserdicht bis -30 m, kälteresistent, stoßfest und staubdicht
  • Optischer 5-fach-Zoom mit optischem Bildstabilisator
  • Wi-Fi- und NFC-Unterstützung integriert
  • Empfang von Geo- und Umgebungsdaten (GPS & GLONASS)
  • 16-Megapixel-CMOS-Sensor für perfekte Bilder Full-HD-Filme
  •  per zuschaltbarem 10-fachen Dynamic Fine Zoom sogar auf bis zu 240 mm erweitern (Entsprechend Kleinbild).
  • 7,5 cm (3 Zoll) großer OLED-Monitor
  • 1/2,3-Zoll-CMOS-Sensor, Gesamtpixelzahl: ca. 16,76 Mio.
  • Brennweite 4,3 bis 21,5 mm (Bildwinkel entspricht 24 bis 120 mm per zuschaltbarem 10-fachen Dynamic Fine Zoom sogar auf bis zu 240 mm erweitern bei Kleinbildformat)
  • Lichtstärke 1:2,8 bis 1:4,9

*Angaben laut Homepage Nikon unter:

http://www.nikon.de/highlights/Kompaktkameras/Outdoor-Kompaktkameras/COOLPIX-AW130

Leider kann die Kamera kein RAW Format speichern, dazu später mehr.

Der Preis liegt zur Zeit bei ca. 289 Euro

 

Verglichen habe ich die Nikon mit meiner vorhandenen Sony Cybershot RX 100.

Sony RX 100

  • Sensortyp:EXMOR R® CMOS Sensor Typ 1,0 (13,2 x 8,8 mm)
  • Pixel effektiv = 20,2 Megapixel
  • Objektivtyp = ZEISS Vario-Sonnar®  T* F1,8-Objektiv mit 3,6fach-Zoom
  • Brennweite (f=) (mm)  f = 10, 4 – 37,1 mm
  • Brennweite (f=) (umgerechnet auf 35-mm-Kleinbild)  f = 28 – 100 mm
  • Optischer Zoom = 3,6facher
  • Bildschirmtyp = 3,0″ (7,5 cm) (4:3) / 1.228.800 Bildpunkte / Xtra Fine / TFT-LCD

* Angaben laut Sony Homepage unter:

http://www.sony.de/electronics/cyber-shot-kompaktkameras/dsc-rx100/specifications

Der Preis liegt zur Zeit bei ca. 339 Euro, das liegt aber daran, dasss es schon Nachfolgemodelle gibt (Mittlerweile die RX 100 III). Das aktuelle Modell liegt bei 679 Euro.

Zu der Sony kommt noch ein UW Gehäuse (180 Euro) und ein externer Blitz (ca. 250 Euro) 🙂

Ein direkter Vergleich der Kameras ist aufgrund des Preisunterschiedes und der verbauten Technik (1 Zoll Chip der Sony) sicherlich nicht möglich und meinerseits auch nicht beasichtigt. Ich möchte nur die Technischen Daten aufzeigen, damit sich jeder ein Bild der Technik/Preis/Ergebnisse machen kann.

1.) Nachbearbeitung:

Als Test nehme ich ein Riffbild mit einer „Mördermuschel“ und Clownsfische, welches ich in Lightroom 6 (Mac) bearbeite und dann einen Bildauschnitt hervorhebe. Bei der Nikon muss ich leider auf das jpeg Fotoformat zurückgreifen, dass eine nachträgliche Bearbeitung schwerer macht als es bei dem RAW Format möglich ist. Das ist auch meiner Ansicht nach der größte Nachteil der Nikon.

Bilder der Nikon AW 130 – Jpeg:

NikonAW130-0100

Das Ursprungsbild

NikonAW130-0100-2

Das Bild mit Adobe Lightroom bearbeitet

NikonAW130-0100-3

Der fertige Bildausschnitt

Weitere Bilder (meist unbearbeitet) findet Ihr hier: Nikon AW 130

 

Ein ähnliches Bild der Sony:

SonyRX100-03739-0

Ursprungsbild

SonyRX100-03739-1

Nach bearbeitung Lightroom

SonyRX100-03739-2

Ausschnitt

Weitere Bilder der Sony sind hier zu finden: Sony RX 100

Noch deutlicher wird der Unterschied bei den Aufnahmen der Clownsfische.

Nikon:

NikonAW130-0312          NikonAW130-

Nikon AW 130 -0314          Nikon AW 130 -0314-2

Da eine weitere Bearbeitung sehr aufwändig/zeitintensiv ist, habe ich davon abgesehen.

Weitere Bilder (meist unbearbeitet) findet Ihr hier: Nikon AW 130

 

Sony:

Sony RX 100-03903-2           Sony RX 100-03903

Links = Unbearbeitet / rechts = Ergebniss

Sony RX 100-03902-2            Sony RX 100-03902

Links = Unbearbeitet / rechts = Ergebniss

Weitere Bilder der Sony sind hier zu finden: Sony RX 100

Fazit Nachbearbeitung: Die Nachbearbeitung der JPEG Bilder gestaltet sich als sehr aufwändig. Dies liegt aber am Format und nicht direkt an der Kamera, schade nur das diese es nicht unterstützt. Das RAW Format lässt sich um einiges leichter und defizieler nachbearbeiten, was gerade bei UW Aufnahmen mit Blaustich von enormen Vorteil ist.

2.) Blitz

Leider liegt der Blitz der Nikon auf einer Achse mit Objektiv. Dies bedeutet,  dass das aufzunehmende Objekt immer frontal angeblitzt wird. Bei glasklarem Wasser ist dies sicherlich kein Problem. Leider ist dies nur selten der Fall. Im Normalfall bewegen sich Schwebeteilchen, aufgewirbelter Sand usw. durch das Wasser.  Genau diese Teilchen werden von dem frontalen Blitz ebenfalls angestrahlt. Die Bilder die dabei entstehen haben somit oftmal viele helle Punkte.

Nikon AW 130 -0279     Nikon AW 130 -0308

Fazit Blitz: Für UW Aufnahmen ungeeignet. Hier sollte auf jeden Fall der von Nikon empfohlene externe UW-Zusatzblitz genutzt werden.

3.) Tauchtiefe, WLAN, GPS, Höhen-Tiefenmesser

Die Tauchtiefe von -30 m haben wir mit der Kamera überschritten (ca. 38m, wir haben nicht an die Kamera in der Jackettasche gedacht). Die Kamera hält die Herstellerangaben incl. Reserve dabei vorbildlich ein, ein Zusatzgehäuse ist somit tatsächlich nicht nötig !

Das WLan funktioniert zur Zeit nur mit Smartphones oder Tablets und dann auch nur mit der Nikon APP !!!! (NICHT mit Laptop usw.) Dies habe ich sogar bei Nikon angefragt und es ist mir auch bestätigt worden. Man muss also doch die Karte raus nehmen um die Daten auf einem Laptop als Kopie der Originaldatei zu sichern. Dabei muss man immer darauf achten, das kein Schmutz in die Dichtungen kommt und somit die Wasserdichtigkeit beeinträchtigt wird. Hierfür ein großes MINUS !!!!

Das GPS funktioniert einwandfrei (natürlich nicht unter Wasser 🙂 ) und arbeitet meiner Ansicht nach zügig.

Der Höhen-/Tiefenmesser arbeitet ebenfalls recht genau und ist für Taucher ein nettes Gimick, welches ich zu schätzen gelernt habe. Für UW Photos eine schöne Sache!!!!

Alles in Allem ist die Zusatzausstattung sehr gelungen nur das WLAN mindert den guten Eindruck nachhaltig. Evtl. bessert hier Nikon ja noch mit einem Firmwareupdate / Zusatz-Software nach.

4.) Tasten und Bedienung

Die Bedienung ist selbsterklärend und auch ohne Probleme unter Wasser möglich. Die Druckpunkte sind gut zu fühlen (ohne Handschuhe) ein umstellen von Funktionen ist jederzeit möglich.

Bemerkung:

Da die Tasten stark gummiert und abgedichtet sind um die Tauchtiefe von 30 m zu gewährleisten, ist dies dann über Wasser ein kleines Manko. Über Wasser muß der Auslöser mit etwas mehr Kraftaufwand betätigt werde. Dabei kommt es gelegentlich vor, das ein Bild verwackelt. Dies sehe ich aber nicht als Minuspunkt, da der Haupeinsatzbereich der Kamera klar auf dem Outdoor-/UW- Bereich liegt und hier hat die Kapselung gegen Dreck und Wasser eindeutig vorrang hat!

5.) Display

Tja….. wie soll ich es sagen…. Ich habe noch einen Taucher auf einem Bootstauchgang getroffen, der ebenfalls die Nikon AW 130 mit sich trug….. Unsere einhellige Meinung: Nicht nutzbar. Sobald etwas Sonnenlicht auf das Display trifft ist dieses nicht mehr ablesbar. Das gilt auch für das Schnorcheln an der Wasseroberfläche. Man kann nur schätzen und abdrücken. Erst wenn es tiefer geht und etwas dunkler wird ist wieder etwas erkennbar. Dieses Problem hat meine Sony im UW Gehäuse aber auch, nur nicht in dem Maße wie die Nikon.

6.) Akkulaufzeit

Nur ein Wort – Genial!!

 

Fazit TAUCHEN (!!!) mit der AW 130*:

Die Nikon AW 130 ist eine gelungene „immer dabei Kamera“, die auch Tauchtiefen bis -30 m ohne Probleme übersteht. Leider wiegen die Nachteile (kein RAW- Nachbearbeitung, geringe manuelle Eingriffsmöglichkeiten, Blitz) so schwer, dass ich die Kamera zum Sporttauchen nur bedingt empfehlen kann.

Wer gerne schnorchelt und dabei schöne Aufnahmen (ohne Blitz) machen möchte, der bekommt mit der Nikon einen guten kompakten Begleiter mit vielen schönen Zusatzfunktionen. Wer eine robuste Kamera sucht, die mal Stöße oder Wassereinbrüche wegsteckt ist ebenfalls sehr gut mit der Nikon beraten.

Wer etwas tiefer tauchen möchte (so wie ich, getestet in Ägypten bei 15-30m) der sollte sich, egal bei welcher Kamera, einen externen Zusatzblitz zulegen und unbedingt darauf achten das die Kamera das RAW Format unterstützt sowie manuelle Eingriffsmöglichkeiten für Blende, Verschlußzeit, Blitzeinstellungen aufweist. Diese Kamera gibt es dann aber nicht unbedingt in der Preisregion bis  300 Euro (höchstens als Auslaufmodell). Ich bleibe somit bei meiner Sony, da mir die Bildqualität und die bessere Nachbearbeitung den Mehrpreis wert sind. Die Nikon AW 130 ist eine günstige Allroundkamera zum schnorcheln, die beim Tauchen leider schnell an Ihre Grenzen stößt.

*Dies ist meine persönliche Meinung, welche ich im Altagsgebrauch gesammelt habe. Wer z.B. eine bessere Art der Nachbearbeitung von JPEG Bilder anwendet oder wem der Blaustich bei UW Aufnahmen gefällt, der wird sicherlich zu anderen Ergebnissen kommen. Gerade beim Fotografieren entscheidet der persönliche Geschmack.

 

Ein Kommentar zu “Test der Nikon AW 130 kompakt Outdoor Kamera

  1. danke für deinen ausführlichen „Test“ Bericht, ich war auch im Juni in Marsa Alam mit der AW130 und mir als Hobbyfotograf und Schnorchler hat sie, bis auf das Display viel Freude bereitet.
    Blind auslösen ist das Stichwort, aber am Ende sind von 3000 Bildern eine paar gute dabei. 🙂
    Danke und Gruß aus Ulm
    Ronman

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